Partei
Themen
Programm
Service
Autor
04.01.2010 15:31
Die Gier der Konzerne am Beispiel Semperit
Jahrzehnte lang prägte das Semperitwerk das Bild der Stadt Traiskirchen, trug dazu bei, dass viele Arbeitsplätze für die gesamte Region vorhanden waren und die Gemeinde Steuergelder einnehmen konnte. Traiskirchen war eine der reichsten Gemeinden Österreichs und in der Lage, auf kommunaler Ebene zahlreiche Projekte zu verwirklichen. Nun wurde der letzte Teil der Produktion, das Gummi-Mischwerk, von Conti geschlossen.
Die Marke Semperit garantierte für solide Qualität eines österreichischen Vorzeigebetriebes. Leider mischte die Politik in Firmenangelegenheiten mit, so dass es schließlich zum Verkauf des Semperitwerkes an den deutschen Conti-Konzern kam. Mit Steuergeldern gelang es, dem Conti-Konzern eine Standortgarantie für 10 Jahre abzuringen. Als diese abgelaufen war, entschloss sich Conti, die Reifenproduktion nach Tschechien zu verlegen. Schließlich musste man dort den Arbeitern nur einen Bruchteil der Gehälter bezahlen, die in Österreich üblich waren. Außerdem konnte man so die Gewinne des Konzerns noch weiter in die Höhe treiben.
Argumente, die darlegten, dass der österreichische Standort für eine höhere Qualität der Produktion bürge und außerdem ohnehin keine Verluste erarbeitet würden, wurden ignoriert.
Die Gier nach höheren Gewinnen, der Zwang zu steigenden Aktienkursen setzten sich durch.
Immer wieder musste man in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zur Kenntnis nehmen, dass das Wichtigste in der Wirtschaft die Steigerung der Effizienz und damit eine Erhöhung der Dividenden der Anleger sind. Auf wirtschaftliche Kontinuität, die Schicksale der arbeitenden Menschen und die Stabilität der betroffenen Staaten, Länder und Regionen wird keine Rücksicht mehr genommen. Manager, die horrende Gehälter und Prämien beziehen, treffen ihre Entscheidungen in den Konzernzentralen, ohne Rücksicht auf die Menschen und die Folgen für die jeweiligen Länder. Es fragt sich, wie lange wir alle noch zusehen müssen, wie kaltschnäuzig seitens der Wirtschaft mit uns umgegangen wird.
Zum Seitenanfang




